Nicolas Mahler erhält den Preis der Literaturhäuser 2015

Nicolas Mahler kennt man dafür, dass er mit reduziertem Strich und skurrilem, eigensinnigem Humor die Welt seziert. Auch wenn er zuletzt hauptsächlich durch seine Literaturadaptionen bei Suhrkamp viel Aufsehen erregt hat: Viel länger schon wird er von seinen Anhängern ebenso leidenschaftlich geliebt wie von seinen Gegner abgelehnt; die einen bescheinigen ihm genialen Minimalismus, die anderen sprechen ihm die Befähigung zum Zeichnen ab. Seine Klassiker wie Flaschko, Planet Kratochvil oder Kunsttheorie versus Frau Goldgruber (um nur einige zu nennen) sind bei Reprodukt und Edition Moderne erschienen. Jetzt wird Nicolas Mahler für sein Werk auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis der Literaturhäuser 2015 ausgezeichnet. Zu Recht.

Soeben neu erscheinen
Bei °luftschacht legt Mahler nach der Literaturbetriebssatire Längen und Kürzen und der Kurzkrimisammlung Dick Boss aktuell seinen dritten Band vor. In dachbodenfund montiert Mahler aus dem Wortschatz alter Spielzeugauktionskataloge knappe Gedichte. Das ist gleichermaßen vergnüglich wie berührend, eines aber ist spätestens jetzt klar: Mahler ist nicht nur ein genialer Comic-Zeichner, er ist auch ein überaus origineller Literat.

Weitere Titel mit Mahler: Molch (Mahler/Wolf), Perpetuum (Anthologie), Eine Reise ins Nichts – hin und retour (Anthologie)

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