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Neuerscheinungen im Herbst ° Herman Melville fasst 1866 in seinem Gedichtezyklus Battle-Pieces – Schlachtstücke Schrecken und Sinnlosigkeit des Krieges in intensive Bilder. Seine beeindruckende Aufarbeitung des amerikanischen Bürgerkrieges erscheint Mitte November erstmals in deutscher Übersetzung. 

In Die kosmische Komödie erzählt Manfred Rumpl aus wechselnden Perspektiven einen raffiniert inszenierten Liebesreigen. Unsichtbar verbunden, als Teile einer kosmischen Komödie, treiben die Protagonisten auf ein überraschendes Finale zu. (soeben erschienen)

Was geht vor in einem Schriftsteller, der sich offenbar in einer schöpferischen Krise befindet? Er lässt seinen Obsessionen freien Lauf, greift auf merkwürdige Strategien gegen Schreibblockaden zurück und sucht Zuflucht in einer Historie aus Kunst, Kino und Literatur. Hanno Millesi zeigt in Das innere und das äußere Sonnensystem, dass ein Text über das Schreiben einer Erzählung selbst die Erzählung sein kann. (soeben erschienen)

Herr Grimm und Frau Groll zerkugeln sich im neuesten Kinderbuch von Melanie Laibl (Text) und Alexander Strohmaier (Illustration). Das Aufeinandertreffen der beiden Bilderbuch-Misanthropen bietet ein (Vor-)Lesevergnügen der besonderen Art. (soeben erschienen)

In seinem hinreißenden Erzähldebüt Die Überlebten beobachtet Hinrich von Haaren das Überleben von Beziehungen – ein Dreiecksverhältnis, eine Ehe, eine Liebschaft. Die Möglichkeiten der Liebe fordern, nichts und niemandem nachzutrauern, sondern so schnell wie möglich und mit der allergrößten Überzeugung weiterzuleben. (soeben erschienen)

Für Wortlaut, den jährlichen Literaturwettbewerb des Radiosenders FM4, wurden heuer Kurzgeschichten zum Thema "ausgehen" gesucht. Die zehn besten erscheinen am 24. 09. 2010.

Die Kolumnen des Alltags-Nerds Illbilly The K.I.T.T. sind verschroben, aufgeladen mit sexuellen Energien und derbem Charme – und allemal lesenswert. Didgeridoo zum Frühstück erscheint am 24. 09. 2010.

Dick Boss - Comic goes Literatur: Nicolas Mahler zeichnet, zwölf Autorinnen und Autoren ordnen die Bilder neu und schreiben ihre eigenen Texte dazu. Die so entstandenen Stories erscheinen ebenfalls am 24. 09. 2010.

 

outstanding10 ° Thomas Kriebaum wurde vom Bundesministerium mit dem „outstanding artist award 2010" im Bereich „Karikatur und Comic“ ausgezeichnet. Der ehemalige österreichische Förderpreis wird jährlich an die „mittlere und jüngere Generation“ – so Claudia Schmied  - für ihre herausragenden Leistungen vergeben. Die Preisverleihung findet am 1. Oktober im Wiener Radiokulturhaus statt.

Kriebaum bei Luftschacht:
Leben, Perpetuum

 

 

Auszeichnung ° Nicolas Mahler wurde mit dem "Max und Moritz"-Preis 2010 als bester deutschsprachiger Comic-Künstler ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. "Nach Ansicht der Jury ist Mahler ein Genie, Genies soll man alle Preise hinterherwerfen, die man hat", hieß es in der Laudatio.

Mahler bei Luftschacht:
Dick Boss
, Längen und Kürzen, Molch

 

 

 

Unterwegs sein, um anzukommen ° "fern bleiben ist ein Muss für: Rollmaterialanhänger. Detailtreu und klug streut die grosse Erzählerin Ulrich Worte auf die Gleise und lässt ICE, CIS, CNL und Co. fahrleitungsstörungsfrei sausen." (DRS3)

"Ihre Prosa ist souverän, gleichermaßen anschaulich wie knapp, empathisch wie melancholisch distanziert. Formal entscheidend ist jedoch die konsequent durchgehaltene Struktur des Entzugs: Wo alle Liebes-, Reise- und Familiengeschichten erzählt scheinen, rettet der Roman seine Figuren und Schauplätze vor der Beliebigkeit, indem er sie seinen Lesern stets aufs neue entzieht (...) - vor einem halben Jahrhundert hieß das kritische Theorie, bei Ulrike Ulrich ist es überzeugende literarische Praxis geworden." (entwürfe)

"Ulrike Ulrichs Debüt arbeitet mit subtiler Sprache und schafft es, vermutlich auch durch die zahlreichen autobiographischen Bezüge, eine weibliche Innenwelt einfühlsam und dankenswerterweise nie kitschig zu beschreiben. fern bleiben - ein lesenswertes Buch, für das es zweifellos nur einen richtigen Lektüreort gibt." (exlibris, Radio Ö1)

 

Minimalismus gegen den Mainstream ° "Hier gibt es keine Füllwörter, keine Durchhänger. Es sind dichte, intensive Geschichten um existenziell herausfordernde Situationen. Es sind Begegnungen zwischen Menschen, die plötzlich auftauchen und eine seltsame Schwere hinterlassen. Und wie immer lauert im Hintergrund der entseelten Vorort- und Kleinstadtlandschaften etwas Bedrohliches, das einen Sog voller Verzweiflung auszulösen vermag. Die Meisterschaft zeigt sich nicht im Gesagten, sondern im Ungesagten und was man damit macht." (Radio FM4)

"Unspektakulär treten diese Erzählungen auf, und doch zählt jedes Wort. Hier wächst eine stille Opposition zum erzählerischen Mainstream heran, die bald schon mehr Zulauf bekommen könnte und von der zu hoffen ist, dass sie den eingeschlagenen Weg unverdrossen weiterverfolgt." (Falter)

 

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