Neu: Yves Petry ° In Paradisum

Kein deutscher Verlag habe sich über dieses Buch „drübergetraut“, erzählten uns die Kolleginnen von De Bezige Bij, obwohl sich der Titel in den Niederlanden und in Belgien über 22.000 mal verkauft hat, zu sensibel sei das Thema ‚Tötung auf Wunsch‘, verbunden mit Kannibalismus, das sei zu delikat, habe es geheißen, das könne man nicht machen. Aha. Verstanden haben wir das nicht.
Yves Petrys In Paradisum, das auf einer wahren Begebenheit beruht, ist ein sprachlich genaues Buch, es ist niemals reißerisch, es ist mutig und es ist ein immens kluges Buch, in dem es letztlich auf seltsam berührende Weise um das Ausloten von Schuld und Menschlichkeit geht. Genau das macht gute Literatur aus, finden wir …

Ich wunderte mich, wie leicht ich das Kommende nahm.  Alle drucksen immer so herum, wenn es ums Sterben geht. Selbst durch die allerharmonischste Beziehung verläuft es als feiner Riss, der die fundamentale Schwäche der Konstruktion verrät und zeigt, dass wir einander, wenn es wirklich darauf ankommt, nicht helfen können. Für mich war es an jenem Morgen eine erstaunlich einfache Sache, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich mit niemandem darüber reden musste.  Möglicherweise spürte ich ein leises Bedauern, dass niemand da war, von dem ich Abschied hätte nehmen können.

Zweifellos ein Meisterwerk.
Jeroen Brouwers

Faszinierend, intelligent, herausfordernd.
De Standaard

> Yves Petry, „In Paradisum“

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